AshramMommies

„Ashram is the place I call home, for it nourishes you and gives you the strength to face the unexpected and the extraordinary: An AshramMommies pregnancy experience.“

Foto: The Agency

 

AshramMommies beschäftigt sich mit den Mythen Mutterschaft und Familie, indem es eine Gegenfigur vorstellt: Die Leihmutter. 

Das junge Unternehmen AshramMommies lädt zur „Investors Lounge“ ein: In den Coworking-Räumlichkeiten von WeWork präsentiert das Unternehmen sich dem Publikum, seinen Investor*innen, indem die Ärztin Radika Nair die Gründungsgeschichte des Unternehmens erzählt. 

AshramMommies macht dabei einen entscheidenden Twist und dreht die Ungleichheiten des globalen Marktes um Leihmutterschaft auf den Kopf: Nicht indische Frauen tragen zu Dumping-Preisen Kinder von Westler*innen aus, sondern AshramMommies bietet Schwangerschaft als konsequenzfreies Erlebnis für Westeuropäer*innen, die in ihrem 9-monatigen Ashram-Aufenthalt in Indien als Charity Erlebnis ein Kind für indische Eltern austragen. Während Milchgetränke verteilt werden, zeigt die deutsche SurroMaa Alexandra Lärche die neuesten Fotos des im Bau befindlichen Ashrams - und als Highlight des Abends präsentieren die beiden schließlich die erste erfolgreich schwangere weiße Leihmutter von AshramMommies, um mit dem Publikum eine indisch angehauchte Baby Shower zu feiern.  

Leihmutterschaft interessiert THE AGENCY in AshramMommies als ambivalentes Phänomen: Ist die Leihmutter als Figur dazu prädestiniert, Reproduktionsarbeit als Arbeit zu markieren? Wieso verfolgen wir überhaupt noch den Traum vom genetisch verwandten Kind? Und was bedeutet die Figur des Kindes in diesen apokalyptischen Zeiten?

Eine Produktion von THE AGENCY und dem Goethe Institut Bangalore.

Im Rahmen der bangaloREsidency mit Sandbox Collective.

mit Dank an

Dr. Nayna Patel (Akanksha Clinic), Gita Aravamudan und Amrita Pande

 

von und mit

Deepika Arwind, Magdalena Emmerig,Yana Thönnes

unterstützt von

Nimi Ravindran, Charlotte Rauth, Shiva Pathak, Moira Heuer

 

Die Performance „AshramMommies“ von THE AGENCY entstand während der bangaloREsidency am Goethe Institut Max Mueller Bhavan Bangalore und verknüpft die dortige Recherche zu Leihmutterschaft und westlichem Spiritualitätstourismus. 

 

Innerhalb der bangaloREsidency, unterstützt von Sandbox Collective, beschäftigten sich Magdalena Emmerig und Yana Thönnes von THE AGENCY vor allem mit dem Thema der kommerziellen Leihmutterschaft anhand des indischen Marktes, der bis vor Kurzem kaum reguliert war. Dadurch zog Indien (bis ca. 2015) vor allem internationale und westliche Paare an, zu einem Viertel des Preises, der z. B. in Kalifornien üblich ist, um eine Leihmutter zu engagieren. 

In der Recherche interessierte uns zunächst das emotionale Management, das alle Beteiligten, vor allem aber die Leihmütter leisten, die entgegen aller naturalisierenden Ideen von “Mutterschaft” ein Kind austragen und an die commissioning parents übergeben. Doch dann entdeckten wir einen globalen Markt, in dem Sperma, Eizellen, Leihmütter und medizinisches Wissen mit den Kliniken als lokale Hubs von einem Land ins nächste, von einem gesetzlichen Loophole zum anderen wandern. Anhand der Arbeitsverhältnisse der Leihmütter, den Sorgen der commissioning parents und den Strategien der Kliniken lassen sich globale Ungleichheiten und reproduktive Hierarchien entlang von Klasse, Kaste, Race und Gender beobachten - und werden manchmal auch auf den Kopf gestellt. Unsere Recherche führte uns in Fertility Kliniken (mit Angeboten, die sich von IVF über Stammzelleneinlagerung bis zu Venus Freezing erstrecken), zu Egg Donor Banks (deren Profile aussehen wie die auf Online Dating Apps) und Surrogate Homes, in denen die Leihmütter für die gesamte Zeit ihrer Schwangerschaft untergebracht und medizinisch überwacht werden. Der Slogan der Akanksha Clinic lautet übrigens “more than a mother”. 

RESEARCH

Teil der Werkreihe DESIRES

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